SPARTA von Conn Iggulden

Wir schreiben das Jahr 401 v. Chr. und die Perser herrschen über ein Reich, das sich vom Mittelmeer bis nach Indien erstreckt. Es ist eines der größten Reiche, welches die Menschheitsgeschichte je gesehen hat. Kyros, Oberbefehlshaber der persischen Truppen, eilt mit seiner spartanischen Leibgarde an das Krankenbett seines Vaters, der im Sterben liegt. Kaum dort angekommen wird er auf Befehl seines älteren Bruders inhaftiert und soll hingerichtet werden, da die Herrschaft des Älteren, welcher ihm auf den Thron folgen wird, auf Geheiß des Vaters nicht infrage gestellt werden soll. Nur die Einmischung der Mutter ermöglicht Kyros die Flucht. Er brennt auf Rache und entschließt sich die westlichen Reichstruppen auszuheben, um gegen seinen Bruder vorzugehen und sich entgegen seiner ursprünglichen Planung nun doch zum König machen zu lassen. Angeführt werden seine Truppen von den Soldaten Spartas, die zu jener Zeit als beste Armee der Welt gelten. Trotzdem sind Kyros und seine Truppen in der Minderzahl und sehen sich über 500.000 Gegnern aus allen Teilen Asiens unter Führung seines Bruders gegenüber. Wird Kyros erfolgreich sein und seinen verhassten Bruder stürzen?

Was sehr spannend klingt, ist auch sehr spannend. Gerade bei diesem Buch trifft diese alte Weisheit zu. Conn Iggulden verknüpft geschickt die verschiedenen Handlungsstränge und lässt dabei eine bunte und uns Europäern in Teilen unbekannte exotische Welt wieder zum Leben erwachen. Der beschriebene Sachverhalt beruht auf wahren Begebenheiten.
Iggulden schreibt plastisch, wortgewaltig und flüssig. Sein Schreibstil ist angenehm und treibt die Handlung gekonnt voran. Besonders bemerkenswert ist, dass er Spannung und Tempo über die gesamte Buchlänge sehr hoch hält. Verstärkt wird dieses noch durch die mehrere Überraschungen, die überhaupt nicht abzusehen sind, aber sehr zum Gelingen dieses Romans beitragen. Natürlich werden diese aber nicht verraten.
Die Hauptcharaktere werden in ihren Eigenheiten, Träumen und Sehnsüchten gut sowie vertieft gezeichnet, so dass man ihre Motive sehr gut nachvollziehen kann. Allerdings gilt das für die Nebencharaktere nicht ganz so. Sie sind die Bösen und wirken stereotyp böse oder machtbesessen- je nachdem wie man es charakterisieren will.
Hier liegt dann auch eine von zwei Kritikpunkten. Die andere Kritik bezieht sich auf die Darstellung der Spartaner. So wirken diese insgesamt nicht wie Menschen, sondern werden von Iggulden fast schon wie vom Olymp herabgestiegene Götter beschrieben, die eine blutige Schneise durch das Meer der Sterblichen mähen. Das kann einen als Übertreibung stören, muss es aber nicht, wenn man vor allem die historischen Quellen berücksichtigt, in denen den Spartanern bezüglich ihrer Kampfeskraft schon von den damaligen Zeitgenossen gehuldigt wurde. Es ist und bleibt Geschmackssache.

„Sparta“ von Conn Iggulden ist ein sehr gelungener historischer Roman mit überraschenden Wendungen und lässt sich innerhalb von wenigen Tagen voller Begeisterung durchlesen. Jedem Liebhaber der griechischen Antike kann er uneingeschränkt empfohlen werden.

Erhältlich als Taschenbuch und e-book

Erschienen im Heyne Verlag

Veröffentlicht am 09. Dezember 2019

ISBN: 978-3453471757

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